Was kostet ein Laserreinigungsgerät in der Anschaffung?
Was kostet ein Laserreinigungsgerät? Eine pauschale Zahl lässt sich darauf nicht seriös nennen. Unter dem Begriff werden sehr unterschiedliche Systeme angeboten — tragbare Pulslaser mit einigen hundert Watt ebenso wie fahrbare Dauerstrichmaschinen mit mehreren Kilowatt. Der Preis hängt davon ab, welcher Lasertyp verbaut ist, in welcher Leistungsklasse, in welcher Bauform und mit welcher Ausstattung.
Hinzu kommt: Der Gerätepreis bildet die Anschaffung nicht vollständig ab. Für die Reinigung werden leistungsstarke Laser der Klasse 4 eingesetzt, und für deren sicheren Betrieb sind nach DGUV FBHM-139 eine Absaugung, Laserschutzbrillen, Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz und geschultes Personal nötig; welche weiteren Maßnahmen hinzukommen, ergibt die Gefährdungsbeurteilung. Diese Posten gehören in die Planung, bevor Angebote verglichen werden.
Als Orientierung dienen hier ausschließlich die Ab-Preise der Beamlux-Modelle. Ob sich eine Investition über die Nutzungsdauer rechnet, ist eine eigene Frage.
Warum es keinen Einheitspreis gibt
Ein Ab-Preis beschreibt die Einstiegsausführung eines Modells. Leistungsklasse, Zubehör und Optionen verändern den Betrag.
Zur Orientierung die vier Beamlux-Modelle:
- BL Portable Pulse, tragbar, gepulst, 200/300 W: ab 14.900 € zzgl. MwSt.
- BL Compact Pulse, fahrbar, gepulst, 200/300 W: ab 16.900 € zzgl. MwSt.
- BL CW 2000, fahrbar, Dauerstrich, 2000 W: ab 13.500 € zzgl. MwSt.
- BL Laserschweißgerät, fahrbar, Dauerstrich: ab 12.600 € zzgl. MwSt. (1500–3000 W)
Allgemeine Marktpreise lassen sich daraus nicht ableiten. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn feststeht, was genau im Preis enthalten ist.
Lasertyp: gepulst oder Dauerstrich
Laserreinigung beruht auf der örtlich begrenzten Wechselwirkung gepulster oder kontinuierlicher Laserstrahlung mit der Oberflächenschicht, so beschreibt es das Fraunhofer ILT.
Ein gepulster Laser gibt seine Energie als Einzelimpuls oder als Impulsfolge ab; die DGUV legt dabei für einen Impuls eine Dauer von weniger als 0,25 Sekunden zugrunde. Ein Dauerstrichlaser (CW) strahlt kontinuierlich.
Für den Preis bedeutet das vor allem: Die Wattzahlen der beiden Bauarten lassen sich nicht direkt gegeneinanderstellen. Im Beamlux-Programm liegt der Ab-Preis des BL CW 2000 mit 2000 W unter dem der gepulsten Modelle mit 200/300 W. Eine höhere Leistungsangabe bedeutet also nicht automatisch einen höheren Anschaffungspreis.
Welcher Lasertyp passt, hängt von Werkstoff, Schicht und Bauteil ab. Sinnvoll ist es, ihn zuerst aus der Anwendung abzuleiten und erst danach Preise zu vergleichen.
Leistungsklasse und Funktionsumfang
Innerhalb eines Lasertyps ist die Leistungsklasse der naheliegende Preisfaktor:
- Die BL CW-Baureihe ist mit 1500, 2000, 3000 und 6000 W gelistet.
- Das BL Compact Pulse gibt es neben 200/300 W auch als 1000-W-Ausführung auf Anfrage.
- Das BL Laserschweißgerät ist mit 1500, 2000, 3000 und 6000 W gelistet; der Ab-Preis gilt für 1500–3000 W, die 6000-W-Ausführung gibt es auf Anfrage.
Eine höhere Leistungsklasse ist nur dann ein Gegenwert, wenn die Aufgabe sie abruft. Welche Klasse zu Werkstoff, Schicht und Fläche passt, lässt sich am belastbarsten mit einem Test am eigenen Bauteil klären.
Ein weiterer Faktor ist, wofür ein Gerät ausgelegt ist. Das BL Laserschweißgerät ist ein wassergekühlter Faserlaser im Dauerstrich für Schweißen, Schneiden, Schweißnahtreinigung und Rostentfernung an Stahl, Edelstahl, verzinktem Blech und Aluminium. Ob es die konkrete Reinigungsaufgabe abdeckt, sollte allerdings vorab am Bauteil geprüft werden.
Bauform und Mobilität
Die Bauform bestimmt, wo und wie ein Gerät eingesetzt werden kann. Sie kann sich auch unabhängig von der Laserleistung auf den Preis auswirken.
Im Beamlux-Programm zeigen das die beiden Pulsmodelle. Pulslasertechnik, Leistungsklasse und die Wellenlänge von 1064 nm sind gleich, der Unterschied liegt in der Bauform:
- Das BL Portable Pulse wird mit Tragegurt getragen, ist luftgekühlt und kann mit Akku betrieben werden. Ab 14.900 € zzgl. MwSt.
- Das BL Compact Pulse steht auf vier Rollen und ist auf Werkstatt und Dauerbetrieb ausgelegt. Ab 16.900 € zzgl. MwSt.
Welche Bauform sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Einsatzort. Wer an wechselnden Stellen oder im Freien ohne Netzanschluss arbeitet, hat andere Anforderungen als ein Betrieb mit festem Reinigungsplatz und längeren Durchgängen.
Auch die Handhabung gehört in die Abwägung. Die DGUV weist darauf hin, dass abhängig von Körperhaltung und Gewicht handgehaltener Lasereinrichtungen erhöhte Belastungen auftreten können. Das ist Teil der Gefährdungsbeurteilung und damit auch der Auswahl.
Optik, Scanner und Kühlung
Neben dem Lasertyp gibt es weitere Baugruppen, in denen sich Angebote unterscheiden können. Das Fraunhofer ILT führt bei der Systemtechnik für die Laserreinigung unter anderem Hochgeschwindigkeitsscanner und Absauganlagen auf; handgeführte Bearbeitungsköpfe beschreibt es mit fasergekoppelten Laserquellen im Pulsbetrieb.
Für die Anschaffung sind vor allem zwei Fragen relevant:
- Bearbeitungskopf und Strahlführung: Wie wird der Strahl über die Fläche geführt? Beim BL CW 2000 wird der Reinigungskopf von Hand geführt.
- Kühlung: Das BL Portable Pulse ist luftgekühlt, das BL CW 2000 und das BL Laserschweißgerät sind wassergekühlt. Welche Pflege das Kühlsystem verlangt, sollte vor dem Kauf bekannt sein.
Absaugung gehört zur Anschaffung
Bei der Bearbeitung von Beschichtungen oder Oberflächen mit Laserstrahlung können Gefahrstoffe entstehen, die in der Regel über die Atemwege aufgenommen werden. Die DGUV nennt als Beispiele unter anderem Bleimennige, Chromate, Zink, Pyrolyseprodukte aus Kunststoffen oder Kunstharzen sowie asbesthaltige Füllstoffe.
Die DGUV-Handlungshilfe FBHM-139 sieht deshalb eine funktionsfähige, effiziente Absaugung vor. Abtragprodukte sind möglichst nahe an der Entstehungsstelle zu erfassen, zum Beispiel über am Gerät mitgeführte Erfassungselemente; dabei sind geeignete Abscheidesysteme und Filter einzusetzen. In der Checkliste der Schrift steht knapp: „Laser nicht ohne Absaugung betreiben.“
Für die Kostenplanung folgt daraus:
- Die Absaugung ist ein eigener Posten. Ob sie im Angebot enthalten ist, sollte ausdrücklich geklärt werden.
- Welche Abscheide- und Filtertechnik nötig ist, hängt von den Schichten ab, die entfernt werden sollen.
- Unbekannte Beschichtungen sollten nach FBHM-139 vor der Bearbeitung analysiert werden.
Schutzausrüstung und Laserbereich
Schutzmaßnahmen folgen einer Rangfolge: technische vor organisatorischen vor persönlichen Maßnahmen. Einzuplanen sind deshalb nicht nur Schutzbrillen, sondern zuerst die Einrichtung des Arbeitsbereichs.
Nach FBHM-139 gehören dazu unter anderem:
- Abgrenzung des Arbeitsbereichs, etwa durch einen separaten Raum, eine Kabine oder geeignete Laserschutzwände
- Anzeige des Einschaltzustands, zum Beispiel über Warnleuchte, Blinkleuchte oder Rundumleuchte
- abschließbare Haupt- oder Schlüsselschalter, die mindestens vorhanden sein müssen, wenn kein separat abgrenzbarer Laserbereich definiert werden kann
- Laserschutzbrillen, gekennzeichnet nach DIN EN 207 oder E DIN EN ISO 19818-1; sie sind bei Arbeiten mit offenen Lasereinrichtungen immer zu tragen, und zwar von allen Personen im Laserbereich, nicht nur von der Person am Gerät
- Schutzkleidung, falls Expositionsgrenzwerte überschritten werden oder werden können
- Atemschutz, sofern die Beurteilung der Gefahrstoffe ihn trotz technischer und organisatorischer Maßnahmen erforderlich macht
Die Brillen müssen auf die maximale Leistungs- beziehungsweise Energiedichte im jeweiligen Wellenlängenbereich ausgelegt sein.
Welche weiteren Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sind, legt die Gefährdungsbeurteilung fest. Nach § 3 OStrV ist sie vor Aufnahme der Tätigkeit durchzuführen und zu dokumentieren; die nötigen Informationen kann sich der Arbeitgeber auch beim Hersteller beschaffen. Dieser Beitrag ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch eine Rechtsberatung.
Schulung und Fachkunde einplanen
FBHM-139 hält fest, dass für Personen, die eine Lasereinrichtung bedienen, eine Schulung erforderlich ist, zum Beispiel durch die Herstellfirma. Zusätzlich müssen alle Beschäftigten unterwiesen werden, die mit Lasereinrichtungen oder in deren Umfeld tätig sind.
Hat der Arbeitgeber die nötigen Fachkenntnisse nicht selbst, ist für ein Gerät der Klasse 4 ein Laserschutzbeauftragter schriftlich zu bestellen (§ 5 OStrV). Dessen Qualifikation wird über einen Lehrgang nachgewiesen und durch Fortbildungen aktuell gehalten — beides sind Kosten, die mit der Anschaffung entstehen.
Die TROS Laserstrahlung konkretisiert das: Der Laserschutzbeauftragte hat an einem entsprechenden Lehrgang teilgenommen und die Abschlussprüfung bestanden. Als angemessen wird grundsätzlich eine eintägige Fortbildung in einem Zeitraum von fünf Jahren erachtet.
Lehrgangsgebühren, Arbeitszeit für Schulung und Unterweisung sowie die Fortbildung stehen nicht auf der Geräterechnung, gehören aber zur Anschaffung dazu. Eine Schulung zu den Beamlux-Geräten ist auf Anfrage möglich.
Lieferumfang im Angebot prüfen
Vor dem Vergleich hilft es, jedem Angebot dieselben Fragen zu stellen:
- Auf welche Ausführung und Leistungsklasse bezieht sich der genannte Preis?
- Sind Lasertyp, Wellenlänge, Betriebsart und Leistung angegeben? Diese Kenngrößen werden für die Auswahl der Schutzmaßnahmen benötigt.
- Ist die Laserklasse erkennbar? Nicht klassifizierte Lasereinrichtungen dürfen nach FBHM-139 für die Oberflächenbearbeitung nicht eingesetzt werden.
- Liegt eine Betriebsanleitung mit Angaben zur bestimmungsgemäßen Verwendung und zu Wartungsintervallen bei?
- Sind Absaugung und Laserschutzbrillen enthalten oder separat zu beschaffen?
- Ist eine Schulung enthalten oder gesondert erhältlich?
- Wer übernimmt Instandhaltungsarbeiten am Gerät, und wie ist das organisiert?
Die Hilfestellung zur Verfahrensauswahl in FBHM-139 empfiehlt außerdem, vor der Einführung zu klären und zu erproben, welches Reinigungssystem geeignet ist, gegebenenfalls in Kooperation mit dem Hersteller.
Laufende Kosten nach dem Kauf
Nach dem Kauf fallen weitere Posten an; wie sie in Stückkosten oder Amortisation eingehen, behandeln eigene Beiträge.
- Energie: Strom für Gerät und Absaugung; die Anschlusswerte stehen im Datenblatt.
- Filter: Wechsel und Reinigung der Filter. Vor dem Filterwechsel ist laut DGUV zu prüfen, ob weitere Schutzmaßnahmen gegen Filterstäube sowie zum Brand- und Explosionsschutz nötig sind.
- Wartung nach Betriebsanleitung: Die Herstellerhinweise betreffen laut DGUV besonders Wartungsintervalle, etwa für die Reinigung der optischen Einrichtungen und die Prüfung der elektrischen Sicherheit.
- Verschleiß: Häufiges Auf- und Abbauen von Geräten und Lichtwellenleitern führt nach FBHM-139 zu erhöhtem Verschleiß. Beschädigte oder abgenutzte Ausrüstung ist vor Beginn der Arbeiten zu ersetzen.
- Instandhaltung: Arbeiten am Gerät dürfen nach FBHM-139 nur Fachpersonal, zum Beispiel Herstellfirmen, oder dazu ausgebildete Personen ausführen.
Wie hoch diese Posten ausfallen, hängt von Einsatzhäufigkeit, Einsatzort und den bearbeiteten Schichten ab.
Fazit: Den Gesamtpreis vor dem Kauf zusammenstellen
Was kostet ein Laserreinigungsgerät in der Anschaffung? Der Ab-Preis des Geräts ist ein Ausgangspunkt, nicht die Summe. Vollständig wird die Rechnung erst mit diesen Posten:
- Lasertyp und Leistungsklasse passend zur Aufgabe
- Bauform, Bearbeitungskopf und Kühlung
- Absaugung mit geeigneter Filtertechnik
- Abgrenzung des Laserbereichs und Schutzausrüstung für alle Beteiligten
- Schulung, Unterweisung und gegebenenfalls ein Laserschutzbeauftragter
- laufende Kosten für Energie, Filter, Wartung und Verschleiß
Wer diese Punkte vor der Anfrage zusammenstellt, kann Angebote auf gleicher Grundlage vergleichen und verringert das Risiko, dass notwendige Posten erst nach dem Kauf auffallen.
Quellen
- Beamlux – Produktübersicht Laserreinigungsgeräte und Laserschweißgerät — Bauform, Lasertyp, Leistungsklassen, Kühlung und Ab-Preise der Beamlux-Modelle.
- DGUV – FBHM-139 „Strahlarbeiten – Reinigen und Entschichten mit Laserstrahlung“ — Stand 20.06.2024; Gefahrstoffe und Absaugung, Laserschutzbrillen, Schulung, Wartung und Prüfung bei handgeführten Lasern der Klasse 4.
- OStrV – Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung — § 3 Gefährdungsbeurteilung und § 5 Fachkundige Personen, Laserschutzbeauftragter.
- TROS Laserstrahlung, Teil Allgemeines – Abschnitt 5 „Der Laserschutzbeauftragte“ — Lehrgang mit Abschlussprüfung, Fortbildung und übertragene Befugnisse.
- Fraunhofer ILT – Reinigen — Laserreinigung mit gepulster oder kontinuierlicher Strahlung; Systemtechnik mit Scannern und Absauganlagen.
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- Fazit: Den Gesamtpreis vor dem Kauf zusammenstellen
Ausführung und Lieferumfang mit Beamlux klären
Beamlux nennt zu den eigenen Modellen Lasertyp, Leistungsklasse, Bauform und Kühlung und ordnet ein, welche Ausführung für die geplante Anwendung infrage kommen kann. Alle genannten Preise verstehen sich zzgl. MwSt.; einzelne Ausführungen und eine Schulung sind auf Anfrage erhältlich.